Puffer- und Taktzeitoptimierung

Wenn zur Begrenzung der Auswirkungen von zufälligen Schwankungen der Bearbeitungszeiten und von Störungen auf die angrenzenden Stationen zu viele Puffer benötigt werden, besteht in einigen Fällen die Möglichkeit, die Taktzeit einer Station durch zusätzlichen Ressourceneinsatz zu verkürzen.

In diesem Fall entsteht das Problem der simultanen Puffer- und Taktzeitoptimierung. Probleme dieser Art treten in der Praxis z.B. bei der Rohbauplanung in der Automobilindustrie auf. Man kann dann an einer Station anstelle von vier Schweißrobotern fünf Roboter einsetzen, wenn dadurch ein ausreichender Rückgang der benötigten Puffer erreicht wird.

In der Praxis wird die Bestimmung der Taktzeiten oft aufgrund von "Erfahrungswissen" vorgenommen. So gibt es Unternehmen, die ihre Produktionsanlagen so auslegen, daß die Taktzeiten der stromaufwärts gelegenen Stationen systematisch kürzer sind als die Taktzeiten der stromabwärts gelegenen Stationen. Damit will man verhindern, daß die stromabwärts gelegenen Stationen unter Materialmangel leiden. Diese Vorgehensweise kann mit großen Nachteilen verbunden sein. In einem Praxisfall konnte durch eine systematische Taktzeit- und Pufferoptimierung der Investitionsaufwand für einen Karosserierohbau um ca. 7% (das entspricht 6 Millionen Euro) gesenkt werden. Zur Optimierung wurde das Softwaresystem POM Flowline Optimizer eingesetzt.

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Literatur

Günther, H.-O. und Tempelmeier, H. (2016). Produktion und Logistik - Supply Chain and Operations Management. 12. Aufl., Norderstedt: Books on Demand.
Tempelmeier, H. (2010). Supply Chain Management und Produktion (3. Aufl.). Norderstedt: Books on Demand.